Von der Kunst, ein guter Chef zu sein

Der Businessplan - Einmal und nie wieder?

Fast jeder hatte schon mal einen: einen richtig schlechten Chef. Und so ziemlich jeder schwört sich: Das mache ich mal anders – um dann festzustellen, dass es nicht so einfach ist, im stressigen Arbeitsalltag ein vorbildlicher Vorgesetzter zu sein. Denn Personal erfolgreich zu führen bedeutet, Ziele zu erreichen und die Gruppe zusammenzuhalten – und das alles neben jeder Menge eigener Arbeit. Doch die gute Nachricht ist: Zum Chef muss man nicht geboren sein. Chef sein kann man lernen.

 

Klare Kante zeigen

Wissen, woran man ist: Das ist mit das Wichtigste für ein funktionierendes Team. Deswegen gilt: Ein guter Chef ist authentisch. Lebt, was er predigt. Ist klar in seinen Ansagen und Anforderungen. Und ein guter Chef ist einer, der nicht nur Ziele und Fristen festlegt, sondern auch, wie zusammengearbeitet wird und wer was wann zu tun hat. Wenn ein Team funktionieren soll, müssen die zwei großen „R” definiert sein: die Regeln und die Rollen, die jeder innehat. Denn mangelnde Transparenz führt zu gestörter Kommunikation und Konflikten – das Ende der Effizienz.

 

Rollen richtig verteilen

Doch wie sorgen Sie dafür, dass jeder die Rolle hat, die er ausfüllen will und kann? Indem Sie sich Zeit nehmen, genau hinzuschauen. In jedem Team gibt es verschiedene Typen; entscheidend ist zu erkennen, mit welchen Sie es zu tun haben. Logisch: Nur dann können Sie Aufgaben richtig verteilen. Ein Innovator beispielsweise wird mit Aufgaben, die eher monoton sind, aber große Sorgfalt erfordern, wohl weder Sie noch sich selbst glücklich machen. Es hilft daher, sich bei jedem Kollegen zu fragen: Was kann er oder sie besonders gut? Was eher nicht? Aber auch: Was braucht dieser Kollege, um gut und zufrieden arbeiten zu können?

 

Zuhören und analysieren

Wer strukturiert vorgehen will, kann sich an bekannte Modelle wie das von Riemann und Thomann halten. Es kann dabei unterstützen, grundlegende Wesenszüge und Bedürfnisse zu erkennen. Das A und O ist aber etwas anderes: wirklich zuzuhören und die Mitarbeiter mitzunehmen. Gemeinsam herauszuarbeiten, wo Stärken und Wünsche im Team liegen, kann beispielsweise eine Investition ins Teambuilding sein und Mitarbeitern gleichzeitig das Gefühl geben, mitgestalten zu können. Und genau das ist gilt als eines der Erfolgsgeheimnisse erfolgreicher Führungskräfte: Sie übertragen Verantwortung und beteiligen, statt nur zu bestimmen. Das schenkt Mitarbeitern den Freiraum, sich einzubringen und sich zu entwickeln. Und das wiederum motiviert.

 

Wertschätzung zeigen

Das bedeutet jedoch nicht, das Ruder aus der Hand zu geben. Als Chef ist es freilich an Ihnen, Ziele zu definieren und die Strukturen zu schaffen, die es möglich machen, diese Ziele auch zu erreichen. Und einzugreifen, wenn es mal in die falsche Richtung läuft. Das geht am besten, indem man ehrliches Feedback gibt und Konflikten nicht aus dem Weg geht, dabei aber immer konstruktiv bleibt. Auch bei Fehlern. Leicht gesagt. Aber mal ehrlich: Wer tobt und brüllt, hat ohnehin nichts gewonnen. Sachlich herauszufinden, warum etwas schiefgelaufen ist, gibt dem Mitarbeiter und dem Unternehmen dagegen die Chance, aus dem Fehler zu lernen – und es zeigt Wertschätzung, das vielleicht am meisten unterschätzte Instrument erfolgreicher Personalführung. Und Wertschätzung kann so einfach sein: Jeden Tag jeden Kollegen mit Namen zu begrüßen, wirkt Wunder. Ebenso wie Lob, wenn es verdient ist – beides kostet nichts, motiviert aber mehr als jedes Personalgespräch.