Gegenwind – So wappnen Sie sich gegen Krisen

Gegenwind - So wappnen Sie sich gegen Krisen

Es läuft gerade prächtig? Auch wenn es nach Schwarzmalerei klingt: Dann ist jetzt genau die richtige Zeit, um an die nächste Krise zu denken. Denn Gegenwind gehört zum Geschäftsleben – doch ist keine Katastrophe, wenn man richtig vorbereitet ist. Die besten Tipps gibt es hier.

 

Tagesaktuell informiert sein

Selbsterkenntnis ist die beste Vorsorge. Nur wer weiß, wo das eigene Unternehmen steht, kann erkennen, wenn am Horizont ein Sturm aufzieht – und zeitnah gegensteuern. Alle relevanten Unternehmenskennzahlen sollten daher tagesaktuell abrufbar sein. Besonders wichtig ist es, über die Höhe und Fälligkeitstermine aller offenen Verbindlichkeiten sowie die Aktiva auf dem Laufenden zu sein. Dazu gehören auch ausstehende Zahlungen von Kunden und eine realistische Einschätzung des Ausfallrisikos.

 

Finanzen clever managen

Diese Informationen sind die Basis klugen Finanzmanagements. Es beginnt schon mit einem schlagkräftigen und schlanken Rechnungs- und Mahnwesen – und lebt davon, in die Zukunft zu schauen, und zwar in die nahe wie in die fernere. Wann die Krankenkasse im nächsten Monat ihr Geld will, sollten Sie beim Managen der Unternehmensfinanzen ebenso bedenken wie die Frage, was in den kommenden sechs Monaten an größeren Ausgaben – von Investitionen über Steuerzahlungen – auf Sie zukommt. Nur wenn Sie Ihre Spielräume kennen, können Sie Rücklagen bilden. Denn auch im Geschäftsleben gilt: Spare in der Zeit, dann hast du in der Not. Das hat Oma schon gesagt, und Recht hat sie gehabt. Unternehmen, die sich ein Polster angelegt haben, können stürmischer See weit gelassener entgegenblicken als solche, die von der Hand in den Mund leben.

 

Tiefer graben

Doch nicht nur die Finanzkennzahlen sind relevant. Wer sicher gehen will, muss tiefer graben. Das beginnt bei einem regelmäßigen – und ehrlichen – Check der eigenen Profitabilität, um rechtzeitig reagieren und sich beispielsweise von unprofitablen Kunden, Produkten oder Prozessen trennen zu können. Absolut empfehlenswert ist es auch, den eigenen Businessplan aktuell zu halten. Fragen Sie sich von Zeit zu Zeit: Wie realistisch ist die Einschätzung des eigenen Alleinstellungsmerkmals und der Chancen und Risiken in Ihrem Businessplan noch?

 

Krisensignale richtig lesen

Das Gute an Krisen ist: Sie kommen selten ohne Vorboten. Man muss diese Signale nur lesen können. Leichter gesagt als getan? Wenn Sie die wirtschaftliche Entwicklung in der eigenen Branche und dem Umfeld Ihrer Kunden verfolgen, kann Ihnen das auf jeden Fall schon einmal helfen, einen Knick in der Konjunktur vorauszusehen. Und auch im eigenen Unternehmen ist genaues Hinschauen angesagt – und brutale Ehrlichkeit mit sich selbst: Häufen sich Kündigungen wichtiger Mitarbeiter? Schieben Sie wichtige Investitionen immer wieder vor sich her, weil sie gerade nicht leistbar sind? Will die Bank zusätzliche Sicherheiten? Solche Warnsignale zu verdrängen ist mehr als menschlich – unternehmerisch kann es leider fatal sein.

 

Flexibel bleiben

Und zudem gilt: Immer schön beweglich bleiben. Das bedeutet für Unternehmen: sich schnell verkleinern zu können, wenn die Krise zuschlägt, oder rasch die Kapazitäten nach oben fahren zu können, wenn es nötig ist. Zum Beispiel, indem man sich ein solides Netzwerk an freien Experten aufbaut, die je nach Auftragslage und ohne langfristige Bindung zugebucht werden können. Eine clevere Taktik, denn: Flexibilität macht sturmfest.