Der Businessplan – Einmal und nie wieder?

Der Businessplan - Einmal und nie wieder?

Ohne ihn gründen? Besser nicht. Ein guter Businessplan ist schließlich gleichzeitig Herz und Aushängeschild einer neuen Unternehmung. Doch auch nach der Gründung sollte er nicht in der Schublade versauern. Lesen Sie hier, was einen guten Businessplan ausmacht – und wann es sinnvoll sein kann, ihn zu aktualisieren.

 

Idee trifft auf Realität

Der Businessplan ist oft die erste, meist einer der wichtigsten und sicher nicht die kleinste (zeitliche) Investition in ein neues Unternehmen. Gut gemacht, bringt er die Geschäftsidee und ihre Erfolgschancen überzeugend zu Papier – und das nicht nur, um mögliche Investoren zu begeistern. Auch für Gründer selbst ist der Plan Gold wert. Denn der Businessplan konfrontiert die Idee mit der Realität – und macht so deutlich, wo eventuell noch nachjustiert werden muss. Mit ihm lassen sich Gedanken sortieren, der Kern und das wirklich Neue an der eigenen Idee herausarbeiten, das Wettbewerbsumfeld abstecken sowie Chancen und Risiken antizipieren. Deswegen gilt eines als gesetzt: Wer gründen will, sollte im ersten Schritt immer einen Businessplan aufstellen.

 

Schwarz auf weiß

Aber auch, wer schon erfolgreich gegründet hat, sollte seinen „alten” Businessplan bisweilen anpassen. Beispielsweise, wenn neue Investitionen anstehen oder neue Geschäftsbereiche erobert oder abgestoßen, weitere Produkte eingeführt oder Partner ins Boot geholt werden sollen. Oder aber um zu prüfen, ob das Werk noch abbildet, wohin das Unternehmen sich entwickelt hat. Und damit ganz in Ruhe und schwarz auf weiß zu hinterfragen, ob das Geschäft in die richtige Richtung geht oder es an der Zeit wäre gegenzusteuern.

 

In Ruhe durchdenken

Was auch immer die Gründe sind, den Stift anzusetzen: Schnell gemacht ist ein Businessplan nie. Zwei bis vier Wochen rechnet man für den Businessplan zur Gründung, ähnlich viel Aufwand sollte auch in die spätere Anpassung gesteckt werden. Es lohnt sich, in Ruhe zu durchdenken, was sonst im Alltag oft zu schnell entschieden wird.

 

Alleinstellung herausarbeiten

Ein guter Businessplan beschreibt Ihr Unternehmen, Ihre Idee und Ihr Geschäft knackig und treffend und erörtert Chancen, und das realistisch, verständlich und fundiert. Kern des Plans ist die Darstellung der Geschäftsidee – bei der Gründung ebenso wie wenn es um die strategische Weiterentwicklung eines Geschäftsfelds geht. Die wahre Kunst ist es, das Alleinstellungsmerkmal herauszuarbeiten. Was hat Ihre Idee, was andere nicht haben? Diese Frage beantwortet sich vielleicht leichter, wenn Sie die Perspektive wechseln und sich fragen: Was ist für den Kunden drin? Warum wird sich die Zielgruppe ausgerechnet für dieses Angebot interessieren? Genauso wichtig wie die Idee: Sie selbst. Warum sind Sie genau der oder die Richtige für genau diese Unternehmung? Das ist eine Frage, die nicht nur Investoren beantwortet wissen wollen. Auch für einen selbst kann es sinnvoll sein, sich die eigenen Kompetenzen noch einmal klar zu machen – und den Finger auf die Wunde zu legen, sollten Fähigkeiten fehlen. Schließlich kann das bedeuten, dass Verstärkung nötig ist.

 

Praxischeck

Dann ist es Zeit für den Praxischeck. Die Analyse von Stärken und Schwächen, der Zielgruppe und des Wettbewerbs sowie der rechtlichen Rahmenbedingungen gehören ebenso dazu wie die Finanz- und Liquiditätsplanung. Ebenfalls unerlässlich: ein Entwurf der geplanten Marketing- und Vertriebswege sowie der Struktur und Organisation des Unternehmens. Wichtig ist auch der Ausblick: Zeigen Sie, dass Ihre Idee keine Eintagsfliege ist, sondern Entwicklungsmöglichkeiten bietet – anders formuliert: dass Sie Ihren Businessplan wahrscheinlich noch oft werden anpassen müssen.