Auftragsflaute: Die Krise als Chance nutzen

Auftragsflaute - Die Krise als Chance nutzen

Als Unternehmer kennen Sie das, plötzlich bleiben die Aufträge weg. Ob Handwerk oder Agentur, als Text- oder Grafik-Freelancer, Berater, Online-Shop-Betreiber oder Dienstleister. Das Leben als Unternehmer ist wie eine Ketchup-Flasche. Erst kommt nichts, dann schüttelt man und dann kommt alles auf einmal. Während Sie eine Auftragsflut irgendwie stemmen oder zeitlich strecken können, bedeutet eine Auftragsflaute schnell eine finanzielle Katastrophe mit paralleler Sinnkrise. Während Sie vermutlich als vorsichtiger Kaufmann für ein paar Monate Rücklagen haben, bohrt die Sinnkrise an Ihrem Ego. Hier sollten Sie sich dann einen Perspektivwechsel verordnen und in der Krise Ihre ganz persönliche Chance erkennen.

 

Boxenstopp für Geschäftsmodell, Kostenstruktur und Marketing

Im stressigen Alltagsgeschäft bleibt vieles liegen, was regelmäßig auf den Prüfstand gehört. Denn wenn die Geschäfte gut laufen, steigen unbemerkt die Kosten, der Markt verändert sich, neue Wettbewerber treten mit neuen Ideen auf. Besonders schnell entwickelt sich die Internettechnologie und Google verändert seine Algorithmen. Immer mehr User surfen mit mobilen Endgeräten, die Darstellungs- und Wahrnehmungsgewohnheiten ändern sich. Nutzen Sie also die Auftragsflaute, um Ihrem Unternehmen einen Boxenstopp zu gönnen. Überprüfen Sie alles auf Herz und Nieren, analysieren Sie sich, Ihre Produkte, Ihr Sortiment, Ihre Kostenstruktur, Ihren Einkauf, Ihre Dienstleistung, Ihre Marketing- und Vertriebskonzepte und vor allem erneuern Sie Ihre Corporate Identity. Wie Sie Ihre innere Revision organisieren, wie Sie sich erneuern, hängt immer auch von Ihrer Persönlichkeit ab. Gehen Sie aber nicht auf den Golfplatz, sondern analysieren Sie in Ihrem Büro die für Sie wirklich spannenden Themen. Und beziehen Sie Ihre Mitarbeiter mit ein.

 

Fixkosten überprüfen, Kostentreiber identifizieren und einhegen

Fixkosten haben die Eigenart, dass sie wie von selbst steigen. Identifizieren Sie mögliche Einsparpotenziale. Dienstwagen und Reisekosten generell sollten Sie genauso überprüfen wie ihre Einkaufskonditionen. Analysieren Sie auch ihre Lager- und Büroflächen auf Ihren tatsächlichen mittelfristigen Bedarf. Wenn Sie sich verkleinern wollen, ist jetzt die Gelegenheit dazu. Personal gehört zu den Fixkosten, die Sie als allerletztes senken sollten. Bevor Sie Mitarbeitende entlassen müssen, prüfen Sie die Möglichkeit der Kurzarbeit.

 

Erfrischen Sie Ihren Marktauftritt

Wenn Aufträge ausbleiben, kann dies immer auch mit dem eigenen Marktauftritt zu tun haben. Stimmt Ihr Geschäftsmodell noch, trifft es noch die Bedürfnisse Ihrer Kunden, passen Ihre Botschaften noch zum Zeitgeist. Welche neuen Bedürfnisse sind in der Zwischenzeit bei Ihren Kunden aufgekommen? Ergeben sich neue Marktchancen durch neue Produkte sowie vor- und nachgelagerte Dienstleistungen? Überprüfen Sie Ihre Corporate Design und fragen Sie sich, ob es noch zeitgemäß ist. Gestalten Sie auch Ihren Internetauftritt neu, wenn Sie die Grundfragen beantwortet und die neuen konzeptionellen Ansätze klar formuliert haben. Berücksichtigen Sie bei der technischen Plattform, dass sie in Responsive Design gestaltet ist. Dadurch wird Ihre Internetseite auch auf mobilen Endgeräten optimal dargestellt. Schreiben Sie alle Texte neu und orientieren Sie sich dabei an dem neuesten SEO-Erkenntnisstand. Search Engine Optimizing (SEO) hilft Ihnen dabei, in den generischen Suchergebnissen bei Google besser gerankt zu werden.

 

Marketing neu ausrichten, Kundenrückgewinnung

Wenn Sie sich und Ihr Unternehmen neu aufgestellt haben und die Auftragsflaute immer noch anhält, entwickeln Sie eine neue Marketingstrategie. Überprüfen Sie kritisch die Wirksamkeit aller bisherigen Marketing-Instrumente. Fragen Sie sich dabei, wo sich Ihre Zielgruppen heute aufhalten, wo sie sich über Produkten oder Dienstleistungen informieren und austauschen. Sie werden feststellen, dass heute fast alles im Internet läuft. Entwickeln Sie daher eine Online-Marketingstrategie, die zu ihren Kunden, Ihren Produkten und Dienstleistungen passt. Setzen Sie sich ans Telefon und rufen Sie früheren Kunden an. Fragen Sie sie, warum sie Sie nicht mehr beauftragen. Meistens bringt ein offenes Gespräch neue Erkenntnisse. Vielleicht wurden Sie ja nicht mehr beauftragt, weil Sie bestimmte Zusatzleistungen nicht im Angebot hatten. Oder aber Ihre Exkunden beanstanden, dass Ihnen wichtige neue Kompetenzen fehlten, die Sie sich durch Weiterbildung draufschaffen könnten. Gehen Sie also selbstkritisch in den Kundendialog und seien Sie offen für die Kritik, die Sie zu hören bekommen.

 

Fazit

Die Krise als Chance zu nutzen, ist immer auch eine kritische Begegnung mit Ihren Fehlern in der Vergangenheit. Es nutzt aber nichts, wenn Sie sich vor dieser Auseinandersetzung drücken. Im Gegenteil. Heute drehen sich durch die Digitalisierung viele Märkte viel schneller. Viele Branchen stehen vor einem disruptiven Wandel. Sie alle stehen daher vor einem enormen Anpassungsdruck. Wer sich diesem aussetzt, wer sich selber überprüft, wird gestärkt aus der Krise hervorgehen und langfristig wieder erfolgreich werden. Glück auf!